WINKELTURM IN KÖLN-NIEHL

Die "Zigarre von Niehl" war einst Werksluftschutzbunker.

Der Luftschutzturm der Bauart „Winkel“ an der Neusser Landstraße gehört zweifelsfrei zu den außergewöhnlichen Objekten im Bunkerbau. Die verklinkterte Fassade mit dem verschieferten Dach geben dem Hochbunker eine besondere Ausstrahlung, die so nur ein Mal ausgeführt wurde und den Turm einzigartig macht.

In den 1930er Jahren war es allgemein üblich, Schutzräume unterirdisch anzulegen. Die neue oberirdische Bauweise von Leo Winkel, mit dem Bomben abweisenden Betonkegel, war als wegweisend anzusehen.

Durchaus nicht möglichst unsichtbar getarnt, sondern einer Rakete auf der Startrampe ähnlich, ragen diese mehrheitlich in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts errichteten Schutzräume rund 30 Meter hoch in den Himmel. Benannt nach ihrem in Köln geborenen Kontrukteur Leo Winkel (1885 - 1981) hatte beim Entwurf dieser "Betonzigarren" die durchaus richtige Erkenntnis Pate gestanden, dass diese Form vergleichweise wenig Angriffsfläche bietet und selbst Volltreffer abgleiten und den Explosionsdruck in die unverdämmte Umgebung ableiten müssten.
Winkelturm Köln-Niehl

Die Glanzstoff-Courtaulds-Werke, die diesen Winkelturm auf Ihren Werksgelände errichteten, produzierten Viskose-Filamentgarne und Viskose-Spinnfasern unter den vielfältigen Markennamen Colcesa, Colomat, Colcord, Colva, Colvadur und Colvalan.

Von den gesamten Werksanlagen sind heute lediglich der Winkelturm und das Verwaltungsgebäude erhalten.


Werksluftschutz

Winkelturm Köln-Niehl Am 17. April 1940 wurde die Baugenehmigung erteilt – im Juni 1940 war der Luftschutzturm fertig gebaut. Der im Auftrag der als kriegswichtig eingestuften Firma Glanzstoffe Courtaulds gebaute Turm diente nicht ausschließlich dem Schutz der Belegschaft, sondern bot bedingt durch seine Bauhöhe die Möglichkeit zur Unterbringung einer Brandwache. Durch die vier in der Turmspitze angebrachten Beobachtungsschlitze konnten nach Luftangriffen entstandene Brände schnell lokalisiert und die Löscharbeiten nach der Meldung an die Leitstellen besser koordiniert werden.

Technische Daten

Winkelturm Köln-Niehl Der 29,00 Meter hohe Luftschutzturm hat einen Durchmesser von bis zu 18,60 Metern am Sockel und einer Wandstärke von bis zu 2,70 Metern. Er verfügt über zwei mal 8 Halbebenen, die über vier Eingänge zu erreichen waren und eine Kapazität von 600 Schutzplätzen boten - er stellte damit die größte Bauart des Winkelturms dar.

 

Info-Broschüre als PDF

Denkmalschutz

Winkelturm, Sitzreihen, Köln Der Winkelturm steht seit 1992 als Denkmal Nr. 6545 der Stadt Köln unter Schutz. Ehrenamtlich zeigt das Instititut für Festungsarchitektur (CRIFA) seit 2007 im Rahmen von leicht verständlichen und kostenlosen Führungen einmal im Monat den Hochbunker, damit die Geschichte des Winkelturms erhalten bleibt.

Informationen

Anforderungen

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Hinweise & Regeln

Anreise

Fast alle Anlagen sind sowohl gut mit dem öffentlichen Nahverkehr, wie auch mit dem Automobil zu erreichen. Wegbeschreibungen, Skizzen und Haltestellen liegen hier für Sie bereits.

Anfahrten